Lass alle mit der Hand auf dem Brustbein drei ruhige Atemzüge nehmen: Einatmen durch die Nase, sanftes Ausatmen länger als das Einatmen. Die verlängerte Ausatmung aktiviert den Parasympathikus, senkt Puls und lässt Gedanken ordnen. Ein leises Glockenspiel oder ein Handzeichen eröffnet und beendet die Übung, damit niemand rätseln muss. Wer nicht mitatmen möchte, zählt innerlich oder spürt nur die Handwärme.
Bitte die Lernenden, fünf Dinge zu sehen, vier zu hören, drei zu fühlen, zwei zu riechen und eine wohltuende Sache zu denken. Diese Bodenkontakt-Übung lenkt das Gehirn von Sorgen in die Gegenwart, reduziert Grübeln und fördert klare Wahrnehmung. Ein Kind, das vor Präsentationen gezittert hat, berichtete nach zwei Wochen täglicher Übung über ruhigere Hände und mehr Mut, ohne zusätzliche Hilfsmittel oder lange Erklärungen.
Mit Schultern kreisen, Nacken sanft seitigen, Handgelenke bewegen und die Wirbelsäule aufrichten, lässt angestaute Spannung abfließen. Alle bleiben sitzen, Stühle rücken nicht, niemand steht im Mittelpunkt. Zähle langsam bis acht pro Bewegung, damit Tempo und Erwartung klar bleiben. Wer körperlich nicht mitmachen möchte, visualisiert den Ablauf oder spannt stattdessen behutsam die Fußmuskeln an und lässt wieder los.
Zeige mit dem Finger vier Kanten in der Luft: einatmen vier, halten vier, ausatmen vier, halten vier. Das sichtbare Quadrat gibt Tempo und Struktur, wodurch das Frontalhirn entlastet und die Erregung sinkt. Kinder zeichnen das Quadrat unauffällig am Tischrand mit. Wer Halten nicht mag, verlängert nur das Ausatmen. Nach drei Runden kurz lächeln, Schultern sinken lassen, weiterarbeiten.
Fixiert für zwanzig Sekunden einen stillen Punkt, etwa ein kleines Symbol an der Tafel, dann blinzelt bewusst, schaut in die Ferne, spürt den Bodenkontakt. Dieser Wechsel beruhigt Augenmuskulatur und Aufmerksamkeit, gerade nach Bildschirmphasen. Vermeide Starren; sanftes Blinzeln schützt die Befeuchtung. Lehrkräfte nutzen denselben Punkt, um die Klasse nonverbal zu sammeln und eine gemeinsame Richtung ohne Worte herzustellen.
Ein kurzer Satz wird gemeinsam dreimal leiser gesprochen, etwa „Wir beginnen gesammelt“. Der Rhythmus lenkt Gruppenenergie, trainiert Stimmbewusstsein und unterstützt Sprachgefühl. Achte auf freundliches Tempo, keine Ironie. Wer nicht sprechen möchte, bewegt die Lippen stumm oder legt die Hand ans Herz. Drei Wellen genügen, danach entsteht ein hörbarer Moment der Ruhe, der den Start der nächsten Aufgabe elegant markiert.
Beim Einatmen Arme seitlich anheben, beim Ausatmen sinken lassen, Brustbein weiten, Rücken wachsen, Blick weich. Zwei bis drei Runden genügen. Die Abfolge ist intuitiv und braucht keine Matte. Wer Schulterbeschwerden hat, hebt nur bis auf Brusthöhe. Die Atmung führt, nicht die Leistung. Danach kurz Hände wärmen, über die Stirn streichen, und die aufgerichtete Haltung mit in die nächste Aufgabe nehmen.
Drücke Handflächen gegeneinander fünf Atemzüge, löse mit Ausatmen. Presse Füße sanft in den Boden, spüre Kraft ohne Bewegung. Diese isometrischen Impulse aktivieren Muskeln, ohne Geräusche zu erzeugen, und helfen gegen zappelnde Beine. Erinnere an weiche Schultern und entspannte Kiefer. Wer sensibel für Druck ist, wählt stattdessen leichtes Faustöffnen und -schließen. Kurz nachspüren, dann mit gesammelter Energie weiterarbeiten.
Spanne für fünf Sekunden Zehen, Waden, Hände, Gesicht nacheinander an und lass bewusst los. Das Kontrastprinzip macht Entspannung fühlbar und baut Restanspannung zuverlässig ab. Zähle leise an, gib klare Reihenfolge, vermeide Übertreibung. Wer nicht mitspannen möchte, beobachtet nur den Atemrhythmus. Nach einer Minute wirkt der Körper ruhiger, Gedanken sind sortierter, und die Klasse ist wieder handlungsfähig.
Ein Satz pro Person: „Heute hat mir geholfen …“ oder „Ich schätze …“. Zwei bis drei Freiwillige, mehr nicht. Diese Mini-Resonanz richtet den Blick auf Gelungenes und nimmt Druck aus Fehlern. Wer nicht sprechen möchte, denkt still an etwas Kleines. Schreibe gelegentlich Beispiele an die Tafel. Positives Benennen stärkt Miteinander, senkt Stress und macht nachweislich offener für Neues in der folgenden Lernphase.
Zu Beginn oder zwischen Phasen beschreibt jede Person mit einem Wort den Zustand: „wach“, „gestresst“, „neugierig“. Option: Farbkarte hochhalten statt sprechen. Diese knappe Selbstwahrnehmung fördert Emotionssprache, ohne intime Details zu verlangen. Sie hilft Lehrkräften, Tempo und Schwierigkeit fein zu justieren. Wiederhole das Wort am Ende, um Fortschritte wahrzunehmen. So wird Selbstregulation sichtbar, sicher und respektvoll geübt.
Statt Jubel rütteln alle beide Hände in der Luft oder klopfen einmal sanft auf den Tisch. Anerkennung bleibt fühlbar, ohne die Ruhe zu sprengen. Erkläre den Sinn, lobe gezielt gelungene Übergänge und kurze Übungsbereitschaft. Lade die Klasse ein, Lieblingsimpulse vorzuschlagen und abzustimmen. Beteiligung erzeugt Eigentum, und Eigentum macht ruhige Routinen stabil, freudvoll und überraschend ansteckend.